Glossar

Dies ist das weltweit größte Glossar zum Thema Schnee und Lawinen. Derzeit sind mehr als 100 standardisierte Begriffe in 9 Sprachen verfügbar. Eine Ressource, die ständig aktualisiert und erweitert wird.


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Glossar

A

Abbauende Schneeumwandlung, isotherme Metamorphose

Umwandlungsprozess von abgelagertem, trockenem Neuschnee bei isothermer Schneedecke oder geringem Temperaturgradient.

Dabei vereinfachen Neuschneekristalle ihre Form im Bestreben die Kugelform zu erreichen. Damit verbunden ist eine Setzung und Verfestigung des Neuschnees.

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Abstrahlung, Ausstrahlung, Strahlungsnacht

Aussenden von Wärmestrahlung (langwellige Strahlung, Infrarotstrahlung) von der Schneeoberfläche an die Atmosphäre.

Bei klarem Himmel kühlt sich die Schneeoberfläche dabei deutlich (bis zu 20°C) unter die Lufttemperatur ab, da es keine langwellige Gegenstrahlung aus der Wolkendecke gibt.

Nächte mit klarem Himmel werden als „Strahlungsnächte“ bezeichnet. Die langwellige Abstrahlung hängt jedoch nicht von der Tageszeit ab, in sonnenbeschienenen Hängen ist die Energiebilanz der Schneeoberfläche lediglich durch die kurzwellige Strahlung der Sonne positiv, das heißt, sie erwärmt sich – die langwellige Abstrahlung findet zeitgleich mit der kurzwelligen Einstrahlung statt.

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Altschneedecke

Teil der Schneedecke der älter als Neuschnee der aktuellen Niederschlagsperiode ist (3 Tage).

Die Altschneedecke besteht aus umgewandelten Schneekristallen.

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Altschneeproblem

Das Problem entsteht durch vorhandene Schwachschichten innerhalb der Altschneedecke. Typische Schwachschichten sind eingeschneiter Oberflächenreif, Tiefenreif (auch Becherkristalle oder „Schwimmschnee“ genannt), Graupel oder kantige Kristalle. Schwachschichten können mehrere Wochen bis Monate bestehen bleiben, teilweise während des gesamten Winters.

Weitere Informationen unter Altschneeproblem.

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Anraum

Fester Niederschlag an Hindernissen wie Bäumen, Freileitungen oder Gipfelkreuzen, der sich bei Nebel und Wind gegen die Windrichtung aufbaut.

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Anrissgebiet, Anrisszone

Geländebereich, aus dem die Lawine abbricht.

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Anrisshöhe

Lotrecht gemessene Höhe des Lawinenanrisses.

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Anrisslänge, Länge des Anrisses (bei Schneebrettlawinen)

Länge eines Schneebrettes, gemessen von der obersten Anrisskante bis zum Stauchwall.

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Anrissmächtigkeit, Dicke (bei Schneebrettlawinen)

Rechtwinkelig zum Hang gemessene Höhe des Lawinenanrisses.

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Aufbauende Umwandlung, Facettenbildung

Unter der aufbauenden Metamorphose versteht man die Umwandlungsprozesse von abgelagertem, trockenem Schnee bei großem Temperaturgradient in der Schneedecke. Dabei wachsen die Schneekristallen zu kantigen Kristallen und becherartigen Hohlformen mit Facetten an. Die Schneekristalle werden größer, es gibt mehr Hohlräume und weniger Bindungen zwischen den Schneekörnern. Dieser Prozess führt zu einem Festigkeitsverlust in der umgewandelten Schneeschicht, die Schneedecke setzt sich allerdings weiterhin. Je stärker der Temperaturgradient ausgeprägt ist, umso intensiver ist die aufbauende Umwandlung.

Der Prozess findet vermehrt in Schattenlagen und bei geringen Schneehöhen statt. Dieser Prozess kann die gesamte Schneedecke betreffen, oder nur einzelne Schichten. Im Nahbereich von Krusten findet sind die Bedingungen zur aufbauenden Umwandlung meist begünstigt. In der Nähe der Schneeoberfläche ist die aufbauende Umwandlung während klarer und kalter Nächte besonders ausgeprägt.

Als Resultat entstehen kantige Kristalle und in weiterer Folge Hohlformen, also Schwimmschnee bzw. Becherkristalle.

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B

Becherkristalle, Tiefenreif, Schwimmschnee

Becherkristalle sind Hohlformen mit Kanten und Rippen (Facetten) als Resultat der aufbauenden Schneeumwandlung bei großen Temperaturgradienten. Becherkristalle sind näher betrachtet glasig, nicht matt-weiß.

Typische Korngröße: 2 bis 5 mm oder größer

Der Tiefenreif stellt eine Ansammlung von Becherkristallen dar und bildet oft eine Schwachschicht in der Schneedecke die länger (teilweise über den gesamten Winter) relevant sein kann, man spricht von einer „persistenten Schwachschicht“. Tiefenreif wird auch als Schwimmschnee bezeichnet.

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Bindungsarme Schneeschicht

Schneeschicht mit schwachen Bindungen zwischen den Eiskörnern (Korngefüge).

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Bodenlawine

Lawine, die in der Anrisszone auf dem Boden, Firn oder Gletschereis abgleitet und dadurch die gesamte saisonale Schneedecke mitreisst.

Eine Bodenlawine kann eine Gleitschneelawine oder eine Schneebrettlawine sein. Bei einer Gleitschneelawine gleitet die Schneedecke ohne Bruch auf dem Boden ab, durch einen Reibungsverlust aufgrund von Feuchtigkeit.

Bei einer Schneebrettlawine die am Boden abgleitet, befindet sich die Schwachschicht direkt am Boden. In der Schwachschicht entsteht der Bruch, anschließend gleitet das Schneebrett (Schnee oberhalb des Bruchs) inklusive Schwachschicht auf dem Boden ab.

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Bruchharsch

Nicht tragfähiger Harschdeckel, der bei Belastung z.B. durch Wintersportler einbricht. Kann durch Wärme oder Wind entstanden sein.

Teilweise auch bekannt als „Harst“.

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C

Couloir

Steile, tief eingeschnittene Rinne. Meist von kammnaher Lage hinab verlaufend und seitlich begrenzt von blankem Fels; oft mit Schutt durchsetzt.

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D

Durchfeuchteter Schnee, schwach feucht

Eine durchfeuchtete Schneeschicht hat eine Temperatur von 0°C, Wasser lässt sich nicht auspressen. Man kann daraus leicht einen Schneeball formen.

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Durchnässter Schnee

Eine durchnässte Schneeschicht hat eine Temperatur von 0°C. Wasser ist sichtbar und kann ausgepresst werden.

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E

Eingewehte Hangzone

Hangbereich, in den durch Wind Schnee eingetragen wurde.

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Einstrahlung

Strahlung, die auf die Schneedecke trifft.

Die kurzwellige Strahlung (sichtbares Licht) wird je nach Schneeart bis zu rund 90 % an der Oberfläche reflektiert. Der Rest erwärmt die obersten Zentimeter der Schneedecke und kann diese in weiterer Folge durchfeuchten.

Die langwellige Einstrahlung (Wärmestrahlung) wird praktisch zu 100 % von der Schneedecke aufgenommen.

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Einzugsgebiet (von Lawinen)

Gebiet, aus dem eine oder mehrere Lawinen abgehen können.

Von Einzugsgebiet spricht man oft im Zusammenhang mit Lawinen der Größe 4 oder 5.

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Eislamelle

Durch Regen oder Schmelz- und Gefrierprozesse entstandene, dünne Eisschicht in der Schneedecke, in der keine einzelnen Kornformen erkennbar sind.

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Eislawine

Abbrechendes Gletschereis, welches über eine Steilstufe stürzt.

Eislawinen können in der Sturzbahn Schnee mitreißen und sich zu großen, mitunter auch katastrophalen Lawinen entwickeln.

Jahr Ort

1895 Altels (Schweiz) 6 Opfer, 158 Kühe erschlagen
1965 Mattmark (Schweiz) 88 Opfer
1970 Huascaran (Peru) mit anschließendem Murgang: 18 000 Opfer

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Entlastungsabstände

Vorsichtsmaßnahme für Wintersportler, um primär im Falle einer Lawine die Wahrscheinlichkeit einer Mehrfachverschüttung zu verringern. Sekundär um die Schneedecke an einem Punkt weniger zu belasten.

Im Aufstieg sollten mindestens 10m Abstand, in der Abfahrt deutlich mehr eingehalten werden.

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Exponiert

Ausgesetzt gegenüber Wind, Sonne, Lawinen oder allgemein einer Gefahr.

Exponierter Verkehrsweg

Besonders der Gefahr von Lawinen ausgesetzter Teil einer Straße, Bahnlinie oder eines anderen Verkehrsträgers; oft im Auslaufbereich einer Lawine.

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Exposition, Hangrichtung

Himmelsrichtung, in die ein Hang abfällt; ein Nordhang fällt z.B. nach Norden ab.

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Extremes Steilgelände

Besonders ungünstige Hänge bezüglich Neigung (steiler als etwa 40 Grad), Geländeform, Kammnähe und Bodenrauhigkeit.

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F

Felswandfuß

Unteres sichtbares Ende einer Felswand, wo die Oberfläche einer Felswand oft in Geröll übergeht.

Damit verbunden ist in der Regel ein Geländeknick unterschiedlicher Ausprägung, wobei die Hangneigung gegen unten abnimmt. Am Felswandfuß beginnt meist extrem steiles Gelände.

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Fernauslösung

Auslösung einer Schneebrettlawine auf Distanz.

Die durch die Zusatzbelastung (z.B. Wintersportler) erfolgte Auslösung einer Schneebrettlawine außerhalb deren Startzone. Befindet sich der Bruchinitiator innerhalb der Sturzbahn kann dieser allerdings von der Lawine erfasst und verschüttet werden.

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Festigkeit (im Schnee)

Die Fähigkeit, Kräfte im Kristallgefüge einer Schneeschicht zu übertragen, begründet durch Anzahl und Qualität der Bindungen zwischen den Eiskristallen.

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Festigkeitsabnahme, -verlust (in einer Schneeschicht)

Die Bindungen zwischen den Eiskristallen werden schwächer bzw. gehen verloren, sodass die Fähigkeit der Kräfteübertragung zwischen den Kristallen abnimmt.

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Festigkeitszunahme (in einer Schneeschicht)

Die Bindungen zwischen den Eiskristallen nehmen zu, sodass größere Kräfte zwischen ihnen übertragen werden können.

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Filziger Schnee

Unregelmäßige, gabelige Formen als Folge der abbauenden Schneeumwandlung und/oder mechanischer Umwandlung (Windumwandlung); Bruchteile der ursprünglichen Gestalt der Neuschneekristalle sind oft noch erkennbar.

Typische Korngröße: um 1 bis 2 mm

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Firn

Schnee der vergangenen Jahre (meist auf Gletschern), stark umgewandelt und verdichtet durch Schmelzen und Wiedergefrieren sowie durch Druck der überlagernden Schneemassen.

Im Volksmund auch verwendet für den oberflächlich aufgeweichten Harschdeckel der saisonalen Schneedecke (siehe: Sulzschnee).

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Firnspiegel

Sehr dünne Eisschicht an der Schneeoberfläche, die durch das Zusammenspiel aus Sonneneinstrahlung, Schmelzen, Windeinfluss und Abstrahlung entsteht.

Wegen des hohen Reflexionsvermögens des Firnspiegels ist an sonnenbeschienenen Hängen (meist im Frühling) großflächiges Schneeglänzen zu beobachten.

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Fischmaul, Gleitschneemaul, Gleitschneeriss

Zugriss einer Schneedecke, die durch deren unterschiedliche Gleitbewegung auf steilen, glatten Hängen entsteht (bevorzugt handelt es sich dabei um Wiesenhänge) und meist die Form eines Mundes aufweist.

Bereiche unterhalb von Fisch-, bzw. Gleitschneemäuler sollten wegen der möglichen Gefahr von Gleitschneerutschen bzw. Gleitschneelawinen möglichst gemieden werden.

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Fließlawine

Lawine, deren Bewegung, im Gegensatz zu Staublawinen, vorwiegend fließend oder gleitend auf der Unterlage erfolgt.

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G

Gebundener Schnee

Schnee ist „gebunden“, wenn die Schneeteilchen so miteinander verzahnt oder verwachsen sind (Sinterung), dass beim vorsichtigen Ausstechen eines Blockes dieser nicht zerfällt. Gebundener Schnee kann dabei immer noch weich, oder aber hart sein.

Gebundener Schnee entsteht bei der Ablagerung windverfrachteten Schnees oder als Folge der abbauenden Umwandlung. Gebundener Schnee ist neben der Existenz einer Schwachschicht eine wichtige Bedingung für die Bildung von Schneebrettlawinen.

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Gefahr

Zustand, Umstand oder Vorgang, aus dem ein Schaden entstehen kann.

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Gefahrenstelle (bei Lawinen)

Ort, an dem Personen oder Objekte von Lawinen erfasst werden können.

Näher Infos auf der Seite des SLF.

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Gesicherte Gebiete

Gebiete, in denen die Lawinengefahr oder andere alpine Gefahren durch technische oder temporäre Maßnahmen geschützt werden.

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Gleiten, Schneegleiten

Langsame Hangabwärtsbewegung der Schneedecke, begünstigt durch glatten und feuchten Untergrund.

Bevorzugt findet Gleiten auf Gras oder Felsplatten statt und kann einige Millimeter bis Meter pro Tag betragen. Durch die Gleitbewegung können Gleitschneerisse oder Fischmäuler (Gleitschneemäuler) entstehen.

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Gleitfläche

Der Boden oder jene Schicht in der Schneedecke, auf der die Lawine nach einem Bruch abgleitet.

Achtung:
Nicht zu verwechseln mit der Schwachschicht!

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Gleitschneeproblem

Bei einem Gleitschneeproblem gleitet die gesamte Schneedecke auf glattem Untergrund (zum Beispiel Grashänge oder glatte Felsenzonen). Gleitschneelawinen werden aufgrund des Reibungsverlusts auf einer wassergesättigten Schicht zwischen Schneedecke und Boden ausgelöst. Abhängig von der Herkunft des Wassers können Gleitschneelawinen in warme (Schmelzwasser oder Regen sickert in die Schneedecke) und kalte (im Boden gespeicherte Wärme führt zu Schmelze an der Unterseite der Schneedecke oder austretendes Grundwasser) Ereignisse eingeteilt werden. Den Abgangszeitpunkt von Gleitschneelawinen vorherzusagen ist kaum möglich, obwohl sie sich meist durch Gleitschneerisse (sogenannte Fischmäuler) ankündigen.

Weitere Informationen unter Gleitschneeproblem.

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Gleitschneerutsch / -lawine

Wenn das Schneegleiten (Gleiten) in die deutlich schnellere Lawinenbewegung übergeht spricht man von einem Gleitschneerutsch oder einer Gleitschneelawine. Abgänge sind zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich. Gleitschneelawinen weisen keinen Bruch und keine Schwachschicht auf.

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Grat

Schmale Kammlinie eines Berges

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Graupel

Spezielle Form von Niederschlag, der sich in der Atmosphäre innerhalb von Schauerzellen durch das Anfrieren von unterkühlten Wassertröpfchen an Schneekristallen bildet. Problematisch bezüglich Lawinenbildung wird es erst dann, wenn eine Schicht aus Graupelkörnern von gebundenem Schnee überlagert wird.

Typische Korngröße: ≤ 5 mm

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Grundlawine

Allgemein gebräuchlicher Begriff für eine Lawine, die in ihrer Sturzbahn stellenweise die Bodenoberfläche mitreißt und deshalb oft mit Erde und Schutt vermischt ist.

Oft handelt es sich dabei um eine Gleitschneelawine, manchmal aber auch um eine Schneebrettlawine, die auf einer bodennahen Schwachschicht bricht und anschließend samt Schwachschicht am Boden abgleitet.

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Grundwasseraustritt

Wasser, das aus dem Boden austritt, z.B. angehoben durch einen hydraulischen Druckgradienten zwischen dem Boden und der darüber liegenden Schneedecke. Wasser kann im Porenraum im Boden entweder fest (Eis) oder flüssig vorhanden sein. Auch Quellen werden als Grundwasseraustritte bezeichnet. Beides führt zu flüssigem Wasser zwischen Schneedecke und Boden und damit zu einem Reibungsverlust.

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H

Hangkante

Bereich innerhalb eines Hanges, an dem die Hangneigung markant zunimmt; bevorzugter Ort für die Bildung von Triebschneeansammlungen.

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Hangnaher Verkehrsweg

Verkehrsweg im Hangbereich oder am Fuß eines Hanges, welcher der Gefahr von Lawinen ausgesetzt ist.

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Hangneigung

mäßig steil: weniger als 30°
steil: 30° bis 34°
sehr steil: 35° bis 40°
extrem steil: mehr als 40°

Die Hangneigung wird gemessen in der Falllinie an der steilsten Stelle im Hang, im Kartenmaßstab 1:25.000 oder im Gelände geschätzt.

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Harsch

Durch Schmelz- und Gefrierprozesse oder durch Wind stark verfestigte Schneeschicht.

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Hochgebirge

Gebiete oberhalb von rund 3000 m.

Sie umfassen insbesondere die vergletscherten Gebiete.

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Höhenlage

Geländebereich, der durch die Meereshöhe begrenzt wird (Genauigkeit von plus/minus rund 100 Höhenmetern).

hochalpine Lagen (Hochgebirge): oberhalb von 3000 m
hohe Lagen: 2000 bis 3000 m
mittlere Lagen: 1000 bis 2000 m
tiefe Lagen: unterhalb von 1000 m

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I

Inneralpin

Von Bergketten eingeschlossene und daher von Niederschlägen oft abgeschattete Gebiete der Alpen.

Typische inneralpine Gebiete sind beispielsweise das zentrale Wallis, das Engadin und Mittelbünden (CH) (zwischen dem Nördlichen Alpenkamm und dem Alpenhauptkamm liegend), das Ortler-Vinschgau-Gebiet (I) sowie die Ötztaler Alpen und Stubaier Alpen (A).

In Frankreich gelten Vanoise, Maurienne, Grandes-Rousses und Oisans-Pelvoux sowie die Bergregion nahe der französisch-italienischen Grenze als typisch inneralpine Gebiete.

In Spanien zählt dazu der Bereich der Cerdanya (Perafita-Puigpedrós) der katalonischen Pyrenäen.

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Insbesondere (bei großer Zusatzbelastung)

Im Allgemeinen bei großer Zusatzbelastung, aber im Einzelfall auch bei geringer Zusatzbelastung.

Anmerkung:
Formulierungsart, die in der Gefahrenstufenskala und im Lawinenlagebericht Verwendung findet.

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Isotherme Schneedecke

Schneedecke mit konstanter Temperatur vom Boden bis zur Schneeoberfläche.

Typisch ist dieses Phänomen im Frühjahr, wenn die Schneedecke vom Boden bis zur Schneeoberfläche eine Temperatur von 0°C erreicht hat. Sie ist in diesem Zustand oft durchgehend feucht bis nass und verliert dadurch an Festigkeit.

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J

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K

Kamm

Langer, markanter Gebirgsrücken

Erweiterte Erklärungen:
Ein Kamm ist immer eine auffällige Erhebung im Georelief und verbindet oft viele Gipfel miteinander.

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Kammfern, freie Hanglage

Gebiet, das nicht direkt in Verbindung mit dem Kamm steht.

Erweiterte Erklärungen:
Vielfach entspricht dies dem Übergang aus extremem Steilgelände ins Steilgelände. Auch Steilstufen und kleinere Erhebungen, die nicht direkt mit dem Kamm zusammenhängen gehören in dieses Gebiet. Kammnahe und kammferne Gebiete sind nicht scharf voneinander abgetrennt. Die Grenze ist als Bandbreite zu verstehen.

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Kammlage, kammnah, gratnah, gipfelnah

Gebiet, das direkt an den Kamm bzw. Grat oder Gipfel angrenzt und besonders stark durch den Wind beeinflusst wird.

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Kantig abgerundete Schneekristalle

Kantige Kristalle die sich aufgrund von einsetzender abbauender Umwandlung wieder verfestigen, Tendenz zum Rieseln abnehmend. Dadurch verändern sie ihre Form und runden sich an ihren Ecken ab, die Facetten bilden sich zurück. Sie werden wieder kleiner.

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Kantigkörniger Schnee

Glasige Körner mit mehrheitlich ebenen Flächen und deutlichen Kanten als Folge der aufbauenden Schneeumwandlung. Beginn von Facettenbildung durch streifenförmige Deposition („Anfrieren“) des Wasserdampfs innerhalb der Schneedecke. Meist im lockeren Gefüge. Diese kantigen Kristalle sind untereinander meist schlecht verbunden (wenige Kontaktpunkte). Kritisch bezüglich Lawinenbildung wird es erst dann, wenn eine Schicht aus lockeren, kantigen Schneekristallen von gebundenem Schnee überlagert wird.

Typische Korngröße: 0.5 bis 3 mm

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Kleinräumig

Bereiche innerhalb von Hängen oder in Randbereichen mit einer Ausdehnung von wenigen Metern bis ca. 20 m.

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Kritische Neuschneemenge

Neuschnee stellt eine Belastung für die vorhandene Schneedecke dar und kann teilweise die Lawinengefahr erhöhen. Bei ungünstigen Bedingungen (schlecht aufgebaute Altschneedecke, tiefe Temperaturen, starker Wind) können bereits wenige cm kritisch sein. Bei günstigen Bedingungen (stabile Altschneedecke, schwacher Wind) können selbst 50 cm noch unproblematisch sein.

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Künstliche Lawinenauslösung

Auslösung einer Lawine durch künstliche Zusatzbelastung auf die Schneedecke (z.B. Belastung durch Detonationsdruckwellen bei Sprengungen, Maschinen, Personen).

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L

Länge der Lawine

Gesamtlänge einer Lawine, gemessen vom obersten Punkt des Anrisses bis zum vordersten Punkt der Ablagerung.

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Lawinengröße

Ausmaß der Lawine, klassifiziert nach Schadenspotenzial, Auslauflänge und Dimension.

Größe 1: kleine Lawine (Rutsch)

geringe Verschüttungsgefahr; Absturzgefahr
bleibt typischerweise im Hang stehen

Größe 2: mittlere Lawine

kann eine Person verschütten, verletzen oder töten
erreicht typischerweise den Hangfuß

Größe 3: grosse Lawine

kann Pkw‘s verschütten und zerstören, schwere LKW´s beschädigen; kann kleine Gebäude zerstören und einzelne Bäume brechen
überwindet flächere Geländeteile (deutlich unter 30°) über eine Distanz von weniger als 50 m

Größe 4: sehr grosse Lawine

kann schwere LKW´s und Schienenfahrzeuge verschütten und zerstören; kann größere Gebäude und kleine Waldflächen zerstören
überwindet flachere Geländeteile (deutlich unter 30°) über eine Distanz von  mehr als 50 m; kann den Talboden erreichen

Größe 5: extrem grosse Lawine

kann die Landschaft verwüsten; katastrophales Zerstörungspotenzial möglich
erreicht den Talboden; grösste bekannte Lawine

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Lawinenkegel

Ablagerung einer Lawine

Der abgeglittene Lawinenschnee bleibt im Talboden oft über längere Zeit sichtbar liegen.

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Lawinenlagebericht, Lawinenbulletin

Der Lawinenlagebericht (Schweiz: Lawinenbulletin) vermittelt detaillierte Information zur Schneedecken- und Lawinensituation.

Die Lawinengefahr wird nach der 5-stufigen europäischen Lawinengefahrenskala beurteilt.

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Lawinenprobleme

Die fünf typischen Lawinenprobleme (« avalanche problems ») wurden von der Vereinigung der Europäischen Lawinenwarndienste EAWS mit dem Ziel definiert, typische Situationen, wie sie im Gelände vorkommen, zu beschreiben und sowohl Lawinenwarner als auch Wintersportler bei ihrer Beurteilung der Lawinengefahr zu unterstützen. Sie ergänzen die Beschreibung der Gefahrenstufe sowie der Gefahrenstellen(Exposition und Höhe) und stellen den dritten Teil der Informationspyramide dar. Die folgenden Definitionen beinhalten eine allgemeine Beschreibung des Problems inklusive der zu erwartenden Lawinenarten, der charakteristischen räumlichen Verteilung und der Lage der Schwachschichten innerhalb der Schneedecke. Zudem wird auf eine Charakterisierung des Auslösemechanismus, typische Dauer der Gefährdung und abschließende Ratschläge zur Bewegung im Gelände eingegangen. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf Wintersportlern, die sich in lawinengefährdetem Gebiet bewegen. Zusätzlich kann die Beschreibung der Lawinenprobleme auch für Lawinenkommissionen hilfreich sein. Weitere Informationen unter Avalanche Problems.

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Lawine (Schneelawine)

Schnelle Massenbewegung des Schnees mit einem Volumen von mehr als 100 m³ und einer Länge von mehr als 50 Metern.

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Lee-Hang, Windschattenhang

Hang, der dem Wind abgewandt ist.

Hier wird in der Regel viel Schnee abgelagert, und es liegt oft ein Mehrfaches der mittleren Schneehöhe.

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Lockerschneelawine

Lawine, die aus lockerem (ungebundenen) Schnee besteht. Sie kann trocken oder nass sein.

Sie löst sich punktförmig im extrem steilen Gelände und breitet sich meist birnenförmig aus.

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Lokal, örtlich

Gebiete in der Größenordnung von Hängen bis zu Talkesseln.

Innerhalb einer Region können lokal unterschiedliche Lawinenverhältnisse herrschen.

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Luv-Hang, windexponierter Hang

Hang, der dem Wind zugewandt ist.

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Glossar

M

Möglich (etwas ist möglich)

Vorgang mit Eintrittswahrscheinlichkeit unter 50 %.

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Mechanische Umwandlung

Mechanische Umwandlung von Schneekristallen durch Windeinwirkung, bei der die Verästelungen der Schneekristalle zerstört werden.

Dies kann sowohl während des Schneefalls in der Atmosphäre als auch am Boden erfolgen. Es entsteht Triebschnee.

Siehe: Abbauende Schneeumwandlung

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Mulde

Runde oder längliche, sanfte Vertiefung in flachem Gelände oder in einem Hang; bevorzugter Ort für die Ablagerung von Triebschneeansammlungen.

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N

Nassschneelawine

Lawine aus nassem Schnee.

Fließt meist langsamer als eine Trockenschneelawine und kann deshalb kürzere Auslauflängen aufweisen.
Wegen ihrer größeren Dichte übt sie auf Hindernisse trotzdem beträchtliche Kräfte aus.

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Nassschneeproblem

Das Problem entsteht durch eine zunehmende Schwächung der Schneedecke durch Wassereintrag, entweder durch Schmelze (zB. Sonneneinstrahlung) oder Regen (Energieeintrag in die Schneedecke, ebenfalls Schmelze).

Weitere Informationen unter Nassschnee Problem.

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Nassschneemure, Sulzstrom

Eine murenartige Lawine, bestehend aus Schneematsch/Sulzschnee. Häufig treten Nassschneemuren nach einem starken Regenguss oder intensivem Tauwetter auf, wenn mehr Wasser vorhanden ist als abfließen kann. Diese ‚Mure‘ aus Schnee und Flüssigwasser, kann auch auf sehr flachen Hängen weite Strecken zurücklegen. Tritt vorrangig in arktischen Gebieten auf, wo der vorhandene Schwimmschnee im Frühjahr plötzlich mit Flüssigwasser durchtränkt wird.

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Natürliche Lawinenauslösung, Selbstauslösung von Lawinen, spontane Lawinen

Auslösung einer Lawine ohne künstliche Zusatzbelastung auf die Schneedecke (z.B. aufgrund von Schneefall oder raschem Temperaturanstieg).

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Neuschneeproblem

Das Neuschneeproblem entsteht durch aktuelle Schneefälle oder kurz zuvor gefallenen Neuschnee. Die Zusatzbelastung auf existierende oder neu gebildete Schwachschichten durch den Neuschnee oder die fehlende Bindung im Neuschnee kann zu Lawinenauslösungen führen. Das Neuschneeproblem ist meist weit verbreitet, in allen Expositionen präsent und bleibt während des Schneefalls sowie einige Tage danach bestehen. Weitere Informationen unter Neuschnee Problem.

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Neuschnee

Wenig umgewandelter und wenig verfestigter Schnee der aktuellen oder einer kurz zurückliegenden Niederschlagsperiode.

Typische Korngröße: 1 bis 3 mm

Im Lawinenlagebericht wird der entsprechende Zeitraum angegeben.

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Neuschneemenge

Innerhalb von 24 Stunden abgelagerter Neuschnee.

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Neuschneesumme

Summe der täglichen Neuschneemengen über einen bestimmten Zeitraum (z.B. 3-Tages-Neuschneesumme).

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Nullgradgrenze

Grenzlinie (Höhe über dem Meer), wo die Lufttemperatur 0°C beträgt.

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Glossar

O

Oberflächenreif

Transparente, plättchenförmige Eiskristalle, die sich durch das Ausfällen von Feuchtigkeit (Deposition) aus der Luft an der kalten Schneeoberfläche bilden. Die Kristalle weisen klar ersichtliche Facetten auf.

Oberflächenreif entsteht bevorzugt während langer Kälteperioden und bildet, sobald eingeschneit, einer der kritischsten Schwachschichten für Schneebrettlawinen.

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Oberlawine

Lawine, die innerhalb der Schneedecke abgleitet. Die Gleitfläche ist nicht die Bodenoberfläche sondern eine Schneeschicht.

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Glossar

P

Passlage

Tief liegender Übergang von einem Tal ins andere.

Mit der Verengung am Passübergang ist eine, gegenüber der Umgebung erhöhte Windgeschwindigkeit verbunden, was zu intensivierten Schneeumlagerungen führt.

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Glossar

Q

Glossar

R

Rücken

Langgestreckter, abgerundeter Geländeteil, der sich von der Umgebung abhebt.

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Region, regional

Gebiete, in der Größenordnung von einer oder mehreren Talschaften.

In der Lawinenprognose werden die Regionen meist klimatologisch oder auch politisch abgegrenzt.

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Rinne, Runse

In der Regel steile und langgestreckte Erosionsfurche; bevorzugter Ort für die Bildung von Triebschneeansammlungen.

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Rippe

Längliche, vom umliegenden Gelände deutlich abgesetzte, talwärts verlaufende Erhebung.

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Risiko

Wahrscheinlichkeitsbegriff, der sich aus der Ereigniswahrscheinlichkeit, der Präsenzwahrscheinlichkeit und der Schadenswahrscheinlichkeit zusammensetzt.

Erweiterte Erklärungen:
Im Lawinenlagebericht wird die Lawinengefahr, nicht das Lawinenrisiko beschrieben.

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Rissbildung

Bildung von Rissen in einer spröden Schneedecke, die ein Anzeichen für Spannungen und Instabilität in der Schneedecke sind.

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Rundkörniger Schnee, feinkörniger Schnee

Kleine, rundliche Körner; Resultat der abbauenden Schneeumwandlung. Schneeschichten aus rundkörnigem Schnee sind matt-weiß, nicht glasig.

Typische Korngröße: 0.2 bis 0.5 mm

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Glossar

S

Schattenhang, schattenseitig, schattseitig

Geländeteil, welcher durch die Sonnenstrahlung nicht oder nur unbedeutend beeinflusst wird, typischerweise ein Nordhang.

Erweiterte Erklärungen:
Im Hochwinter mit tiefem Sonnenstand mehr verbreitet als gegen den Frühling mit höher werdendem Sonnenstand. Je nach Abschattung durch den Nahhorizont kommen Schattenhänge in allen Expositionen und nicht nur in Nordhängen vor.

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Schmelzformen

Runde, durch die Schmelz-Umwandlung entstandene Körner, oft in größeren Klumpen. Im nicht gefrorenen Zustand (= 0°C) feucht oder nass und relativ weich. Im gefrorenen Zustand bilden Schmelzformen eine sogenannten Schmelzkruste. Schmelzformen sind glasig.

Typische Korngröße: 0.5 bis 5 mm

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Schmelzharsch, Schmelzharschdeckel, Schmelzkruste

Durch Schmelzen und anschließendes Wiedergefrieren stark verfestigte Schneeschicht. Damit verbunden ist eine Festigkeitszunahme der Schicht. Als Brillensymbol in Schneeprofilen erkenntlich.

Bei nur schwach ausgeprägtem Schmelzen kann man die ursprüngliche Schneeform noch erkennen. Im Brillensymbol steht die ursprüngliche Schneeform im rechten Teil.

Sind Schmelzkrusten dabei, sich aufbauend umzuwandeln, findet man im Brillensymbol als zweite Kornform „Kantig“ oder „Tiefenreif„. Man spricht dann vom „Zerfressen der Kruste“.

Schmelzkrusten sind glasig, nicht matt-weiß.

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Schmelz-Umwandlung

Schneeumwandlung durch Wärmezufuhr bei 0°C.

Es entsteht ein Gemisch aus Eiskristallen und Wasser. Damit verbunden ist ein Festigkeitsverlust. Sobald die Schneedecke wieder gefriert, bildet sich Schmelzharsch und die Festigkeit nimmt wieder zu.

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Schneebrettlawine

Lawine, die durch den Abbruch einer Schneetafel entsteht:

Nach dem Bruch in einer Schwachschicht teilt sich die Schneedecke in zwei nicht mehr verbundene Tafeln und die Schwachschicht auf. Unterhalb der Schwachschicht befindet sich eine Tafel, deren Obergrenze ist die Gleitfläche. Oberhalb der Schwachschicht das Schneebrett. Das Schneebrett gleitet in Steilhängen nach dem Bruch auf der Gleitfläche ab und reißt die Schwachschicht dabei mit. Sollte die Hangsteilheit nicht ausreichen und die Reibung das Abgleiten verhindern, bleibt das Schneebrett liegen und senkt sich meist ab indem es die gebrochene Schwachschicht zusammendrückt. Ein Setzungsgeräusch tritt unter Umständen dadurch auf. Befindet sich unterhalb der Schwachschicht keine weitere Schneeschicht sondern der Boden, gleitet die Schneebrettlawine auf dem Boden ab.

Die Schneebrettlawine ist durch einen linienförmigen, meist quer zum Hang verlaufenden Anriss charakterisiert.

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Schneedünen, Dünen

Ablagerungsform, die durch Schneeverfrachtung entsteht.

Die flache Seite ist dem Wind zugewandt (Luv), die steilere Seite der Düne dem Wind abgewandt (Lee). Nicht zu verwechseln sind Dünen mit den Windgangeln. Gangeln sind keine Ablagerungsform, sondern eine Erosionsform.

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Schneedecke

Auf dem Boden in verschiedenen Schichten abgelagerter Schnee.

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Schneedeckenaufbau

Schichtabfolge der Schneedecke.

Jede Schicht ist charakterisiert durch Kornform, Korngröße, Härte, Temperatur, Wassergehalt und Dichte.

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Schneedeckenfundament, Basisschichten

Unterste Schichten bzw. unterster und bodennaher Teil einer Schneedecke.

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Schneedichte

Die Dichte ist definiert als Verhältnis von Masse zu Volumen. Der Schnee kann ganz unterschiedliche Dichten aufweisen:

Schneeart Dichte [kg/m³]
Neuschnee der geringsten Dichte, Wildschnee ca. 30
Neuschnee ca. 100
filziger Schnee 150 – 300
rundkörniger Schnee 250 – 450
kantigkörniger Schnee 250 – 400
Tiefenreif 150 – 350
Nassschnee 300 – 600
Firn 600 – 830
Gletschereis ca. 900
reines Eis 917

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Schneefahnen

Durch den Wind aufgewirbelter Schnee an Kämmen und Graten.

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Schneefallgrenze

Grenzlinie (Höhe über dem Meer), bis zu welcher der Niederschlag überwiegend als Schnee fällt und am Boden liegen bleibt.

Sie liegt im Mittel 300 m tiefer als die Nullgradgrenze. Bei intensiven Niederschlägen und/oder abgeschlossenen Tälern kann sie auch bis zu 600 m unter die Nullgradgrenze absinken.

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Schneefegen

Oberflächennahe Umlagerung von Schnee durch den Wind (die Horizontalsicht wird dabei nicht merklich behindert).

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Schneegrenze

Grenzlinie (angegeben in Höhe über Meer) zwischen schneebedecktem und schneefreiem Gelände

Die Schneegrenze kann je nach Exposition in unterschiedlichen Höhenlagen liegen.

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Schneehöhe

Lotrecht gemessene Höhe der Schneedecke.

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Schneehöhenzuwachs

Zunahme der Schneehöhe innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

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Schneemächtigkeit

Rechtwinkelig zum Hang gemessene Höhe der Schneedecke.

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Schneematsch, Faulschnee, Gatsch

Nicht miteinander verbundene, runde Kristalle, komplett in Wasser getränkt (Flüssigwassergehalt > 15% (volume fraction)). In einer Schneedecke die vollständig aus Sulz bzw. Faulschnee besteht, sackt man bis zum Boden durch.

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Schneetreiben

Hochreichende Umlagerung von Schnee durch den Wind (bis ungefähr 2 m über der Schneedecke, sodass die Horizontalsicht behindert wird).

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Schneeumwandlung (Metamorphose)

Änderung der Kornformen und des Gefüges in der Schneedecke.

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Schneeverfrachtung

Durch den Wind hervorgerufene Umlagerung von Schnee; Schneeverfrachtung beginnt ab ca. 4 m/s (ca. 15 km/h) Windgeschwindigkeit bei lockerem und ab ca. 10 m/s (35 km/h) bei etwas verfestigtem Schnee.

Erweiterte Erklärungen:
Die Schneeverfrachtung wächst mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Das heißt: doppelte Windgeschwindigkeit ergibt achtfache Menge an verfrachtetem Schnee. Ein Verfrachtungsmaximum wird bei Windgeschwindigkeiten um 50 bis 80 km/h erreicht.

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Schwachschicht, schwache Schicht

Schicht in der Schneedecke, in der ein Bruch im Gefüge der Schneekristalle stattgefunden hat.

Typische Schwachschichten für Lawinen sind trockene Schichten mit Neuschnee, filzigem Schnee, Oberflächenreif, kantigen Körnern, Becherkristallen und Graupel bzw. feuchte bis nasse Schichten aller Kornformen.

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Setzung

Abnahme der Schneehöhe als Folge von Umwandlungsprozessen.

Durch mechanische Umwandlung aufgrund der auflastenden Schneeschichten.

Bei der Schmelz-Umwandlung, aufbauender und abbauender Umwandlung nimmt die Schneehöhe durch Massenumlagerung ebenfalls ab. Bei aufbauender Umwandlung ist die Setzung schwächer ausgeprägt.

Damit verbunden ist eine Zunahme von Dichte und Festigkeit des Schnees.

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Sicherheitsabstand

Abstände zur Verminderung des Risikos beim Begehen von lawinengefährdetem Gelände.

Im Gegensatz zum Entlastungsabstand befindet sich beim Sicherheitsabstand immer nur eine Person im gefährdeten Bereich.

Wird z.B. in der Abfahrt verwendet, wenn steile Hänge einzeln befahren werden.

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Sintern

Zusammenwachsen der einzelnen Schneekristalle; führt zu einer Festigkeitszunahme.

Je wärmer der Schnee, umso schneller geht das Sintern voran. Besonders gut kann das Sintern bei Schnee festgestellt werden, der zusammengepresst wurde (z.B. Schneeball, Lawinenschnee, rasche Verfestigung alter Spuren).

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Sonnenhang, sonnenseitig, sonnseitig

Geländebereich, welcher durch die Sonnenstrahlung stark beeinflusst wird.

Typische Sonnenhänge liegen in den Expositionen von Ost über Süd bis West, in Abhängigkeit des tageszeitlichen Sonnenstandes.

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Spannungen (in der Schneedecke)

Belastung der Kornbindungen in einer Schneeschicht, hervorgerufen u.a. durch das Gewicht und die hangabwärts gerichtete Eigenbewegung des überlagernden Schnees.

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Störanfällig

Eine Schneedecke oder Schneeschicht ist störanfällig, wenn es bei Zusatzbelastung in einer Schicht der Schneedecke zum Bruch kommen kann.

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Stabilität, Schneedeckenstabilität

Fähigkeit der Schneedecke durch inneren Widerstand äußeren Einflüssen entgegen zu wirken.

Die Stabilität wird durch die Festigkeiten und Spannungen in den einzelnen Schneeschichten bestimmt.

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Staublawine

Lawine (oft Schneebrettlawine) aus feinkörnigem, trockenen Schnee, die ein Schnee-Luft-Gemisch bildet, sich teilweise oder ganz vom Boden abhebt und große Schneestaubwolken entwickelt.

Sie erreicht Geschwindigkeiten von 100-300 km/h und kann starke Luftdruckwellen erzeugen. Dadurch können auch Schäden außerhalb der Ablagerungszone verursacht werden.

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Steilgelände

Gelände mit Hangneigung größer als 30°, ungeachtet seiner Form und Beschaffenheit.

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Strahlung

Energietransport durch elektromagnetische Wellen unterschiedlicher Wellenlängen: kurzwellige Strahlung (sichtbares Licht), langwellige Strahlung (Wärmestrahlung).

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Sulzschnee

Grobkörniger, feuchter oder durchnässter Schnee den man nach Regenereignissen bzw. im Frühjahr vermehrt antrifft.

Siehe: Firn

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Glossar

T

Tagesgang, Tagesverlauf

Die Lawinengefahr kann innerhalb eines Tages einer starken Schwankung unterworfen sein. Typisch ist dies im Frühjahr, wenn nach einer klaren Nacht die Lawinengefahr am Morgen niedrig ist und mit der Sonneneinstrahlung und tageszeitlichen Erwärmung ansteigt. Aber auch bei anhaltender Windaktivität, Schneefall oder Regen.

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Talflanke

Seitliche Begrenzung eines Tales vom Talboden bis zum Kammbereich.

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Tallawine

Große bzw. sehr große Lawine, die bis in den Talbereich vordringt.

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Temperaturgradient

Änderung der Temperatur über eine Distanz, ausgedrückt in °C/m oder in °C/cm.

In der Schneedecke wird jeweils vertikal vom Boden hin zur Schneeoberfläche gemessen. Als „klein“ gilt ein Temperaturgradient von z.B. 1 °C/m, als „groß“ von z.B. 25 °C/m.

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Tragfähige Schneedecke

Oberflächlich verfestigte Schneedecke, die das Gewicht einer Person trägt.

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Triebschneeansammlung, Triebschneeablagerung, Triebschneelinse

Das Ergebnis der Schneeverfrachtung: Im Windschattenbereich abgelagerte, mehr oder weniger dicht gepackte Schneeschicht mit oft spröden (zerbrechlichen) Kornbindungen. Bevorzugte Ablagerungsbereiche liegen in kammnahen Hängen, Rinnen, Mulden oder an Hangkanten.

Erweiterte Erklärungen:
Schnee, der vom Wind verfrachtet wurde, wobei die Schneekristalle durch Rollbewegungen, Hüpfen, Abheben und Aufschlagen stark zertrümmert und verkleinert werden; abhängig von Windgeschwindigkeit und -dauer auf 10 bis 20 % der ursprünglichen Größe. Die kleinen Bruchstücke werden vom Wind bei der Ablagerung ineinander gerüttelt, so dass v.a. im Leehang (dem Wind abgekehrt) eine geschichtete, dichte Packung entsteht. Der Schnee ist dann gebunden, kann aber durchaus noch weich sein. Durch die Verdichtung entstehen spröde (zerbrechliche) Schneebretter. Je kälter der Schnee ist, desto spröder sind frische Triebschneeablagerungen.

Größe der Triebschneeablagerungen (Mächtigkeit)

kleine Triebschneeablagerung: 5 – 20 cm mächtig
mittlere Triebschneeablagerung: 20 – 50 cm mächtig
große Triebschneeablagerung: über 50 cm mächtig

Umfang der Triebschneeablagerungen (räumlich)

vereinzelte/einzelne Triebschneeablagerungen:
wenige Triebschneeablagerungen von meist geringer räumlicher Ausdehnung
umfangreiche Triebschneeablagerungen:
zahlreiche, meist große Triebschneeablagerungen an Hängen verschiedener Exposition

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Triebschneeproblem

Das Triebschneeproblem entsteht durch windverfrachteten Schnee, während oder nach einem Schneefallereignis. Triebschnee wird typischerweise in windabgewandten Bereichen (Lee), in Rinnen und Mulden, hinter Geländekanten und in anderen windberuhigten Flächen abgelagert. Das Triebschneeproblem ist lokaler als das Neuschneeproblem.

Weitere Informationen unter Triebschnee Problem.

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Glossar

U

Ungebundener Schnee

Der Schnee hat keinen Zusammenhalt (Kohäsion). Der Begriff „ungebundener Schnee“ wird u.a. im Zusammenhang mit lockerem Neuschnee, Becherkristallen oder stark aufgebaut umgewandeltem Schnee verwendet, gilt aber definitionsgemäß auch für stark durchnässten Schnee. Ungebundener Schnee kann zur Bildung von Lockerschneelawinen führen.

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Glossar

W

Wahrscheinlich (etwas ist wahrscheinlich)

Vorgang mit Eintrittswahrscheinlichkeit über 50 %.

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Waldgrenze

Klimatisch bedingte und durch Menschen beeinflusste obere Begrenzung des Waldes. Beispielsweise liegt diese in inneralpinen Regionen (Mattertal) der Alpen bei bis zu 2.400m, in randalpinen Regionen bei 1.700m.

In den Katalonischen Pyrenäen bei etwa 2400m, im Südosten Polens bei 1600m und auf anderen Kontinente auf über 4.000m.

Nicht zu verwechseln mit der Baumgrenze!

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Wasserwert

Der Wasserwert ist die Höhe der Wasserschicht (in Millimetern), die durch Schmelzen des Schnees bei unveränderter Grundfläche entstehen würde. Bei einer mittleren Schneedichte von 100 kg/m³ liefert 20 cm Schnee einen Wasserwert von 20 mm, bei 500 kg/m³ wird aus den 20 cm Schnee 100 mm Wasser.

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Wechte

Durch Schneeverfrachtung hervorgerufene, stark verdichtete Schneeablagerung direkt auf der windabgewandten Seite eines Grates mit keilförmigem Überhang auf die Leeseite.

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Wildschnee

Pulvriger Neuschnee mit geringer Dichte: typischerweise 30 kg/m³. Entsteht meist durch Ausflockung aus der Luftfeuchtigkeit bei extrem kalter Luft.

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Windgangeln

Erosionsform auf der Schneedecke, wobei die steile, erodierte Seite gegen den Wind (Luv) zeigt; nicht zu verwechseln mit den Dünen. Dünen sind keine Erosionsform, sondern eine Ablagerung.

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Windharsch, Windharschdeckel

Durch Wind stark verfestigte Schneeschicht; damit häufig verbunden: Festigkeitszunahme.

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Windstärke

schwach: 0 – 20 km/h
mäßig: 20 – 40 km/h
stark: 40 – 60 km/h
stürmisch: 60 – 100 km/h
schwerer Sturm, Orkan: > 100 km/h

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Wummgeräusch, Setzungsgeräusch

Markantes Geräusch, das sich beim abrupten Setzen der Schneedecke ergibt, wenn eine Schwachschicht zusammenbricht. Es entsteht durch den aus der Schneedecke herausgepressten Luftanteil der Schwachschicht, indem das Schneebrett die Schwachschicht zusammendrückt.

Wummgeräusche sind ein Zeichen einer instabilen Schneedecke und oft verbunden mit Rissbildung. Ein Wummgeräusch gilt als deutliches Alarmzeichen.

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Glossar

X

Glossar

Y

Glossar

Z

Zusatzbelastung

Kleine / geringe Zusatzbelastung

einzelner Skifahrer/Snowboarder, sanft schwingend, nicht stürzend
Gruppe mit Entlastungsabständen (mindestens 10 m)
Schneeschuhgeher

Große Zusatzbelastung

zwei oder mehrere Skifahrer/Snowboarder etc. ohne Entlastungsabstände
Pistenfahrzeug
Schneefeldsprengung
einzelner Fußgänger / Alpinist

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HEADER PICTURE: Wind Signs © Ragnar Ekker, The Norwegian Avalanche Warning Service | EAWS