European Avalanche Warning Services

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Abbauende Schneeumwandlung

Umwandlungsprozess von abgelagertem, trockenen Neuschnee bei geringem Temperaturgradient.

Dabei vereinfachen Neuschneekristalle ihre Form im Bestreben, die Kugelform zu erreichen. Damit verbunden ist eine Setzung und Verfestigung des Neuschnees.

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Abstrahlung, Ausstrahlung

Aussenden von Wärmestrahlung (langwellige Strahlung) von der Schneeoberfläche an die Atmosphäre.

Bei klarem Himmel kühlt sich die Schneeoberfläche dabei deutlich (bis zu 20°C) unter die Lufttemperatur ab.

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Altschneedecke

Teil der Schneedecke, der, im Gegensatz zu Neuschnee, in vorangegangenen Niederschlagsperioden abgelagert wurde.

Die Altschneedecke besteht aus umgewandelten Schneekristallen.

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Anrissbreite, Breite des Anrisses (bei Schneebrettlawinen)

Maximale Breite der seitlichen Flanken einer Schneebrettlawine.

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Anrissgebiet, Anrisszone

Geländebereich, aus dem die Lawine abbricht.

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Anrisshöhe

Lotrecht gemessene Höhe des Lawinenanrisses.

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Anrisslänge, Länge des Anrisses (bei Schneebrettlawinen)

Länge eines Schneebrettes, gemessen von der obersten Anrisskante bis zum Stauchwall.

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Anrissmächtigkeit, Dicke (bei Schneebrettlawinen)

Rechtwinkelig zum Hang gemessene Höhe des Lawinenanrisses.

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Aufbauende Schneeumwandlung

Unter der aufbauenden Metamorphose versteht man die Umwandlungsprozesse von abgelagertem, trockenem Schnee bei großem Temperaturgradient in der Schneedecke. Dabei wachsen die Schneekristallen zu kantigen Kristallen und becherartigen Hohlformen. Die Schneekristalle werden grösser, es gibt mehr Hohlräume und weniger Bindungen zwischen den Schneekörnern. Dieser Prozess führt zu einem Festigkeitsverlust in der umgewandelten Schneeschicht. Je größer der Temperaturgradient ist, umso intensiver ist die aufbauende Umwandlung.

Erweiterte Erklärungen:
Der Prozess findet vermehrt in Schattenlagen und bei geringen Schneehöhen statt. Dieser Prozess kann die gesamte Schneedecke betreffen. An der Schneeoberfläche ist er während klarer und kalter Nächte besonders ausgeprägt.

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Ausapern (der Schneedecke)

Abschmelzen der Schneedecke, sodass der Boden teilweise oder ganz zu Tage tritt.

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Becherkristalle, Tiefenreif (Schwimmschnee)

Becherkristalle sind Hohlformen mit Kanten und Rippen als Resultat der aufbauenden Schneeumwandlung bei großen Temperaturgradienten.

Typische Korngröße: 2 bis 5 mm oder größer

Der Tiefenreif stellt eine Ansammlung von Becherkristallen dar und bildet oft eine Schwachschicht in der Schneedecke. Tiefenreif wird auch als Schwimmschnee bezeichnet.

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Bindungsarme Schneeschicht

Schneeschicht mit schwachen Bindungen zwischen den Eiskörnern (Korngefüge).

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Bodenlawine

Lawine, die in der Anrisszone auf dem Boden, Firn oder Gletschereis abgleitet und dadurch die gesamte saisonale Schneedecke mitreisst.

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Bruchharsch

Nicht tragfähiger Harschdeckel, der bei Belastung z.B. durch Wintersportler einbricht.

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Couloir

Steile Rinne, meist von kammnaher Lage hinab verlaufend und seitlich begrenzt von blankem Fels; oft mit Schutt durchsetzt; bevorzugter Ort für die Bildung von Triebschneeansammlungen.

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Destabilisiert

Festigkeitsverlust

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Durchfeuchteter Schnee

Eine durchfeuchtete Schneeschicht hat eine Temperatur von 0°C, Wasser lässt sich nicht auspressen. Man kann daraus leicht einen Schneeball formen.

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Durchnässter Schnee

Eine durchnässte Schneeschicht hat eine Temperatur von 0°C. Wasser ist sichtbar und kann ausgepresst werden.

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Eingewehte Hangzone

Hangbereich, in den durch Wind Schnee eingetragen wurde.

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Einstrahlung

Strahlung, die auf die Schneedecke trifft.

Die kurzwellige Strahlung (sichtbares Licht) wird je nach Schneeart bis zu rund 90 % an der Oberfläche reflektiert. Der Rest erwärmt die obersten cm der Schneedecke und kann diese durchfeuchten.

Die langwellige Einstrahlung (Wärmestrahlung) wird praktisch zu 100 % von der Schneedecke aufgenommen.

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Einzugsgebiet (von Lawinen)

Gebiet, aus dem eine oder mehrere Lawinen abgehen können.

Von Einzugsgebiet spricht man oft im Zusammenhang mit Lawinen der Größe 4 oder 5.

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Eislamelle

Durch Regen oder Schmelz- und Gefrierprozesse entstandene, dünne Eisschicht in der Schneedecke, in der keine einzelnen Kornformen erkennbar sind.

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Eislawine

Abbrechendes Gletschereis, welches über eine Steilstufe stürzt.

Eislawinen können in der Sturzbahn Schnee mitreißen und sich zu großen, mitunter auch katastrophalen Lawinen entwickeln.

JahrOrt 
1895Altels (Schweiz)6 Opfer, 158 Kühe erschlagen
1965Mattmark (Schweiz)88 Opfer
1970Huascaran (Peru)mit anschließendem Murgang: 18 000 Opfer

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Entlastungsabstände

Vorsichtsmaßnahme für Wintersportler, um die Schneedecke weniger zu belasten.

Im Aufstieg sollten mindestens 10 m Abstand, in der Abfahrt deutlich mehr eingehalten werden.

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Exponiert

Ausgesetzt gegenüber Wind, Sonne, Lawinen oder allgemein einer Gefahr.

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Exponierter Verkehrsweg

Besonders der Gefahr von Lawinen ausgesetzter Teil einer Straße, Bahnlinie oder eines anderen Verkehrsträgers; oft im Auslaufbereich einer Lawine.

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Exposition, Hangrichtung

Himmelsrichtung, in die ein Hang abfällt; ein Nordhang fällt z.B. nach Norden ab.

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Extremes Steilgelände

Besonders ungünstige Hänge bezüglich Neigung (steiler als etwa 40 Grad), Geländeform, Kammnähe und Bodenrauigkeit.

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Felswandfuß

Unteres sichtbares Ende einer Felswand, wo die Bodenoberfläche von einer Felswand oft in Geröll übergeht.

Damit verbunden ist in der Regel ein Geländeknick unterschiedlicher Ausprägung, wobei die Hangneigung gegen unten abnimmt. Am Felswandfuß beginnt meist extrem steiles Gelände.

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Fernauslösung

Auslösung einer Schneebrettlawine auf Distanz.

Die durch die Zusatzbelastung (z.B. Wintersportler) erfolgte Auslösung einer Schneebrettlawine außerhalb deren Startzone. Befindet sich der Bruchinitiator innerhalb der Sturzbahn kann dieser allerdings von der Lawine erfasst und verschüttet werden.

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Festigkeit (im Schnee)

Die Fähigkeit, Kräfte im Kristallgefüge einer Schneeschicht zu übertragen, begründet durch Anzahl und Qualität der Bindungen zwischen den Eiskristallen.

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Festigkeitsabnahme, -verlust (in einer Schneeschicht)

Die Bindungen zwischen den Eiskristallen werden schwächer bzw. gehen verloren, sodass die Fähigkeit der Kräfteübertragung zwischen den Kristallen abnimmt.

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Festigkeitszunahme (in einer Schneeschicht)

Die Bindungen zwischen den Eiskristallen nehmen zu, sodass größere Kräfte zwischen ihnen übertragen werden können.

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Filziger Schnee

Unregelmäßige, gabelige Formen als Folge der abbauenden Schneeumwandlung und/oder mechanischer Umwandlung (Windumwandlung); Bruchteile der ursprünglichen Gestalt der Neuschneekristalle sind oft noch erkennbar.

Typische Korngröße: um 1 bis 2 mm

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Firn

Schnee der vergangenen Jahre (meist auf Gletschern), stark umgewandelt und verdichtet durch Schmelzen und Wiedergefrieren sowie durch Druck der überlagernden Schneemassen.

Im Volksmund auch verwendet für den oberflächlich aufgeweichten Harschdeckel der saisonalen Schneedecke (siehe: Sulzschnee).

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Firnspiegel

Sehr dünne Eisschicht an der Schneeoberfläche, die durch das Zusammenspiel aus Sonneneinstrahlung, Schmelzen, Windeinfluss und Abstrahlung entsteht.

Wegen des hohen Reflexionsvermögens des Firnspiegels ist an sonnenbeschienenen Hängen (meist im Frühling) großflächiges Schneeglänzen zu beobachten.

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Fischmaul, Gleitschneemaul

Zugriss einer Schneedecke, die durch deren unterschiedliche Gleitbewegung auf steilen, glatten Hängen entsteht (bevorzugt handelt es sich dabei um Wiesenhänge) und meist die Form eines Mundes aufweist.

Bereiche unterhalb von Fisch-, bzw. Gleitschneemäuler sollten wegen der möglichen Gefahr von Gleitschneerutschen bzw. Gleitschneelawinen möglichst gemieden werden.

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Fließlawine

Lawine, deren Bewegung, im Gegensatz zu Staublawinen, vorwiegend fließend oder gleitend auf der Unterlage erfolgt.

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Gebundener Schnee

Schnee ist "gebunden", wenn die Schneeteilchen so miteinander verzahnt oder verwachsen sind (Sinterung), dass beim vorsichtigen Ausstechen eines Blockes dieser nicht zerfällt. Gebundener Schnee kann dabei immer noch weich, oder aber hart sein.

Gebundener Schnee entsteht bei der Ablagerung windverfrachteten Schnees oder als Folge der abbauenden Umwandlung. Gebundener Schnee ist neben der Existenz einer Schwachschicht eine wichtige Bedingung für die Bildung von Schneebrettlawinen.

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Gefahr

Zustand, Umstand oder Vorgang, aus dem ein Schaden entstehen kann.

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Gefahrenstelle (bei Lawinen)

Ort, an dem Personen oder Objekte von Lawinen erfasst werden können.

Näher Infos hier.

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Gesicherte Gebiete

Gebiete, in denen die Lawinengefahr oder andere alpine Gefahren durch technische oder temporäre Maßnahmen geschützt werden.

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Gleiten, Schneegleiten

Langsame Hangabwärtsbewegung der Schneedecke, begünstigt durch glatten und feuchten Untergrund.

Bevorzugt findet Gleiten auf Gras oder Felsplatten statt und kann einige Millimeter bis Meter pro Tag betragen. Durch die Gleitbewegung können Gleitschneerisse oder Fischmäuler (Gleitschneemäuler) entstehen.

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Gleitfläche

Der Boden oder jene Schicht in der Schneedecke, auf der die Lawine nach einem Bruch abgleitet.

Achtung:
Nicht zu verwechseln mit der Schwachschicht

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Gleitschneerutsch / -lawine

Wenn das Schneegleiten (Gleiten) in die deutlich schnellere Lawinenbewegung übergeht spricht man von einem Gleitschneerutsch oder einer Gleitschneelawine. Abgänge sind zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich.

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Grat

Schmale Kammlinie eines Berges

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Graupel

Spezielle Form von Niederschlag, der sich in der Atmosphäre innerhalb von Schauerzellen durch das Anfrieren von unterkühlten Wassertröpfchen an Schneekristallen bildet. Problematisch bezüglich Lawinenbildung wird es erst dann, wenn eine Schicht aus Graupelkörnern von gebundenem Schnee überlagert wird.

Typische Korngröße: ≤ 5 mm

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Grundlawine

Allgemein gebräuchlicher Begriff für eine Lawine, die in ihrer Sturzbahn stellenweise die Bodenoberfläche mitreißt und deshalb oft mit Erde und Schutt vermischt ist.

Oft handelt es sich dabei um eine Gleitschneelawine, manchmal aber auch um eine Schneebrettlawine, die auf einer bodennahen Schwachschicht kollabiert.

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Höhenlage

Geländebereich, der durch die Meereshöhe begrenzt wird (Genauigkeit von plus/minus rund 100 Höhenmetern).

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Hangkante

Bereich innerhalb eines Hanges, an dem die Hangneigung markant zunimmt; bevorzugter Ort für die Bildung von Triebschneeansammlungen.

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Hangnaher Verkehrsweg

Verkehrsweg im Hangbereich oder am Fuß eines Hanges, welcher der Gefahr von Lawinen ausgesetzt ist.

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Hangneigung

Die Hangneigung wird gemessen in der Falllinie an der steilsten Stelle im Hang im Kartenmaßstab 1:25000 oder im Gelände geschätzt.

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Harsch

Durch Schmelz- und Gefrierprozesse oder durch Wind stark verfestigte Schneeschicht.

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Harschdeckel

Harsch an der Oberfläche der Schneedecke.

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Hochgebirge

Gebiete oberhalb von rund 3000 m.

Sie umfassen insbesondere die vergletscherten Gebiete.

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Inneralpin

Von Bergketten eingeschlossene und daher von Niederschlägen oft abgeschattete Gebiete der Alpen.

Typische inneralpine Gebiete sind beispielsweise das zentrale Wallis, das Engadin und Mittelbünden (CH) (zwischen dem Nördlichen Alpenkamm und dem Alpenhauptkamm liegend), das Ortler-Vinschgau-Gebiet (I) sowie die Ötztaler Alpen (A).

In Frankreich gelten Vanoise, Maurienne, Grandes-Rousses und Oisans-Pelvoux sowie die Bergregion nahe der französisch-italienischen Grenze als typisch inneralpine Gebiete.

In Spanien zählt dazu der Bereich der Cerdanya (Perafita-Puigpedrós) der katalonischen Pyrenäen.

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Insbesondere (bei großer Zusatzbelastung)

Im Allgemeinen bei großer Zusatzbelastung, aber im Einzelfall auch bei geringer Zusatzbelastung.

Anmerkung:
Formulierungsart, die in der Gefahrenstufenskala und im Lawinenlagebericht Verwendung findet

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Isotherme Schneedecke

Schneedecke mit konstanter Temperatur vom Boden bis zur Schneeoberfläche.

Typisch ist dieses Phänomen im Frühjahr, wenn die Schneedecke vom Boden bis zur Schneeoberfläche eine Temperatur von 0°C erreicht hat. Sie ist in diesem Zustand oft durchgehend feucht bis nass und verliert dadurch an Festigkeit.

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Künstliche Lawinenauslösung

Auslösung einer Lawine durch künstliche Zusatzbelastung auf die Schneedecke (z.B. Belastung durch Detonationsdruckwellen bei Sprengungen, Maschinen, Personen).

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Kamm

Langer, markanter Gebirgsrücken

Erweiterte Erklärungen:
Ein Kamm ist immer eine auffällige Erhebung im Georelief und verbindet oft viele Gipfel miteinander.

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Kammfern, freie Hanglage

Gebiet, das nicht direkt in Verbindung mit dem Kamm steht.

Erweiterte Erklärungen:
Vielfach entspricht dies dem Übergang aus extremem Steilgelände ins Steilgelände. Auch Steilstufen und kleinere Erhebungen, die nicht direkt mit dem Kamm zusammenhängen gehören in dieses Gebiet. Kammnahe und kammferne Gebiete sind nicht scharf voneinander abgetrennt. Die Grenze ist als Bandbreite zu verstehen.

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Kammlage, kammnah, gratnah, gipfelnah

Gebiet, das direkt an den Kamm bzw. Grat oder Gipfel angrenzt und besonders stark durch den Wind beeinflusst wird.

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Kantigkörniger Schnee

Körner mit mehrheitlich ebenen Flächen und deutlichen Kanten als Folge der aufbauenden Schneeumwandlung. Diese kantigen Kristalle sind untereinander meist schlecht verbunden (wenige Kontaktpunkte untereinander). Kritisch bezüglich Lawinenbildung wird es erst dann, wenn eine Schicht aus lockeren, kantigen Schneekristallen von gebundenem Schnee überlagert wird.

Typische Korngröße: 0.5 bis 3 mm

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Kleinräumig

Bereiche innerhalb von Hängen oder in Randbereichen mit einer Ausdehnung von wenigen Metern bis ca. 20 m.

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Kritische Neuschneemenge

Neuschnee stellt eine Belastung für die vorhandene Schneedecke dar und kann teilweise die Lawinengefahr erhöhen. Bei ungünstigen Bedingungen (schlecht aufgebaute Altschneedecke, tiefe Temperaturen, starker Wind) können bereits wenige cm kritisch sein. Bei günstigen Bedingungen (stabile Altschneedecke, schwacher Wind) können selbst 50 cm noch unproblematisch sein.

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Länge der Lawine

Gesamtlänge einer Lawine, gemessen vom obersten Punkt des Anrisses bis zum vordersten Punkt der Ablagerung.

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Lawinengröße

Ausmaß der Lawine, klassifiziert nach Schadenspotenzial, Auslauflänge und Dimension.

Größe 1: Rutsch


Größe 2:
kleine Lawine


Größe 3:
mittlere Lawine


Größe 4:
große Lawine


Größe 5:
sehr große Lawine

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Lawinenkegel

Ablagerung einer Lawine

Der abgeglittene Lawinenschnee bleibt im Talboden oft über längere Zeit sichtbar liegen.

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Lawinenlagebericht, Lawinenbulletin

Der Lawinenlagebericht (Schweiz: Lawinenbulletin) vermittelt detaillierte Information zur Schneedecken- und Lawinensituation.

Die Lawinengefahr wird nach der 5-stufigen europäischen Lawinengefahrenskala beurteilt.

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Lawine (Schneelawine)

Schnelle Massenbewegung des Schnees mit einem Volumen von mehr als 100 m³ und einer Länge von mehr als 50 Metern.

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Lee-Hang, Windschattenhang

Hang, der dem Wind abgewandt ist.

Hier wird in der Regel viel Schnee abgelagert, und es liegt oft ein Mehrfaches der mittleren Schneehöhe.

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Lockerschneelawine

Lawine, die aus lockerem (ungebundenen) Schnee besteht. Sie kann trocken oder nass sein.

Sie löst sich punktförmig im extrem steilen Gelände und breitet sich meist birnenförmig aus.

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Lokal, örtlich

Gebiete in der Größenordnung von Hängen bis zu Talkesseln.

Innerhalb einer Region können lokal unterschiedliche Lawinenverhältnisse herrschen.

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Luv-Hang, windexponierter Hang

Hang, der dem Wind zugewandt ist.

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Möglich (etwas ist möglich)

Vorgang mit Eintrittswahrscheinlichkeit unter 50 %.

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Mulde

Runde oder längliche, sanfte Vertiefung in flachem Gelände oder in einem Hang; bevorzugter Ort für die Ablagerung von Triebschneeansammlungen.

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Nassschneelawine

Lawine aus nassem Schnee.

Fließt meist langsamer als eine Trockenschneelawine und kann deshalb kürzere Auslauflängen aufweisen.
Wegen ihrer größeren Dichte übt sie auf Hindernisse trotzdem beträchtliche Kräfte aus.

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Natürliche Lawinenauslösung, Selbstauslösung von Lawinen, spontane Lawinen

Auslösung einer Lawine ohne künstliche Zusatzbelastung auf die Schneedecke (z.B. aufgrund von Schneefall oder raschem Temperaturanstieg).

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Neuschnee

Wenig umgewandelter und wenig verfestigter Schnee der aktuellen oder einer kurz zurückliegenden Niederschlagsperiode.

Typische Korngröße: 1 bis 3 mm

Im Lawinenlagebericht wird der entsprechende Zeitraum angegeben.

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Neuschneemenge

Innerhalb von 24 Stunden abgelagerter Neuschnee.

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Neuschneesumme

Summe der täglichen Neuschneemengen über einen bestimmten Zeitraum (z.B. 3-Tages-Neuschneesumme).

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Nullgradgrenze

Grenzlinie (Höhe über dem Meer), wo die Lufttemperatur 0°C beträgt.

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Oberflächenreif

Transparente, plättchenförmige Eiskristalle, die sich durch das Ausfällen von Feuchtigkeit (Deposition) aus der Luft an der kalten Schneeoberfläche bilden.

Oberflächenreif entsteht bevorzugt während langer Kälteperioden und bildet, sobald eingeschneit, einer der kritischsten Schwachschichten für Schneebrettlawinen.

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Oberlawine

Lawine, die innerhalb der Schneedecke abgleitet.

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Passlage

Tief liegender Übergang von einem Tal ins andere.

Mit der Verengung am Passübergang ist eine, gegenüber der Umgebung erhöhte Windgeschwindigkeit verbunden, was zu intensivierten Schneeumlagerungen führt.

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Rücken

Langgestreckter, abgerundeter Geländeteil, der sich von der Umgebung abhebt.

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Region, regional

Gebiete, in der Größenordnung von einer oder mehreren Talschaften.

In der Lawinenprognose werden die Regionen meist klimatologisch oder auch politisch abgegrenzt.

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Rinne, Runse

In der Regel steile und langgestreckte Erosionsfurche; bevorzugter Ort für die Bildung von Triebschneeansammlungen.

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Rippe

Längliche, vom umliegenden Gelände deutlich abgesetzte, talwärts verlaufende Erhebung.

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Risiko

Wahrscheinlichkeitsbegriff, der sich aus der Ereigniswahrscheinlichkeit, der Präsenzwahrscheinlichkeit und der Schadenswahrscheinlichkeit zusammensetzt.

Erweiterte Erklärungen:
Im Lawinenlagebericht wird die Lawinengefahr, nicht das Lawinenrisiko beschrieben.

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Rissbildung

Bildung von Rissen in einer spröden Schneedecke, die ein Anzeichen für Spannungen und Instabilität in der Schneedecke sind.

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Rundkörniger Schnee, feinkörniger Schnee

Kleine, rundliche Körner; Resultat der abbauenden Schneeumwandlung.

Typische Korngröße: 0.2 bis 0.5 mm

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Schattenhang, schattenseitig, schattseitig

Geländeteil, welcher durch die Sonnenstrahlung nicht oder nur unbedeutend beeinflusst wird, typischerweise ein Nordhang.

Erweiterte Erklärungen:
Im Hochwinter mit tiefem Sonnenstand mehr verbreitet als gegen den Frühling mit höher werdendem Sonnenstand. Je nach Abschattung durch den Nahhorizont kommen Schattenhänge in allen Expositionen und nicht nur in Nordhängen vor.

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Schmelzformen

Runde, durch die Schmelz-Umwandlung entstandene, meist große Körner, oft in größeren Klumpen.

Typische Korngröße: 0.5 bis 3 mm

Siehe auch: www.snowcrystals.it

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Schmelzharsch, Schmelzharschdeckel

Durch Schmelz- und Gefrierprozesse stark verfestigte Schneeschicht. Damit verbunden ist eine Festigkeitszunahme.

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Schmelz-Umwandlung

Schneeumwandlung durch Wärmezufuhr bei 0°C.

Es entsteht ein Gemisch aus Eiskristallen und Wasser. Damit verbunden ist ein Festigkeitsverlust. Sobald die Schneedecke wieder gefriert, bildet sich Schmelzharsch und die Festigkeit nimmt wieder zu.

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Schneebrettlawine

Lawine, die durch den Abbruch einer Schneetafel entsteht.

Die Schneebrettlawine ist durch einen linienförmigen, quer zum Hang verlaufenden Anriss charakterisiert.

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Schneedünen, Dünen

Ablagerungsform, die durch Schneeverfrachtung entsteht.

Die flache Seite ist dem Wind zugewandt (Luv), die steilere Seite der Düne dem Wind abgewandt (Lee). Nicht zu verwechseln sind Dünen mit den Windgangeln.

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Schneedecke

Auf dem Boden in verschiedenen Schichten abgelagerter Schnee.

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Schneedeckenaufbau

Schichtabfolge der Schneedecke.

Jede Schicht ist charakterisiert durch Kornform, Korngröße, Härte, Temperatur, Wassergehalt und Dichte.

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Schneedeckenfundament, Basisschichten

Unterste Schichten bzw. unterster und bodennaher Teil einer Schneedecke.

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Schneedichte

Die Dichte ist definiert als Verhältnis von Masse zu Volumen. Der Schnee kann ganz unterschiedliche. Dichten aufweisen:

SchneeartDichte [kg/m³]
Neuschnee der geringsten Dichte, Wildschneeca. 30
Neuschneeca. 100
filziger Schnee150 - 300
rundkörniger Schnee250 - 450
kantigkörniger Schnee250 - 400
Tiefenreif150 - 350
Nassschnee300 - 600
Firn600 - 830
Gletschereisca. 900
reines Eis917

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Schneefahnen

Durch den Wind aufgewirbelter Schnee an Kämmen und Graten.

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Schneefallgrenze

Grenzlinie (Höhe über dem Meer), bis zu welcher der Niederschlag überwiegend als Schnee fällt und am Boden liegen bleibt.

Sie liegt im Mittel 300 m tiefer als die Nullgradgrenze. Bei intensiven Niederschlägen und/oder abgeschlossenen Tälern kann sie auch bis zu 600 m unter die Nullgradgrenze absinken.

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Schneefegen

Oberflächennahe Umlagerung von Schnee durch den Wind (die Horizontalsicht wird dabei nicht merklich behindert).


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Schneegrenze

Grenzlinie (angegeben in Höhe über Meer) zwischen schneebedecktem und schneefreiem Gelände

Die Schneegrenze kann je nach Exposition in unterschiedlichen Höhenlagen liegen.

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Schneehöhe

Lotrecht gemessene Höhe der Schneedecke.

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Schneehöhenzuwachs

Zunahme der Schneehöhe innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

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Schneemächtigkeit

Rechtwinkelig zum Hang gemessene Höhe der Schneedecke.

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Schneetreiben

Hochreichende Umlagerung von Schnee durch den Wind (bis ungefähr 2 m über der Schneedecke, sodass die Horizontalsicht behindert wird).

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Schneeumwandlung (Metamorphose)

Änderung der Kornformen und des Gefüges in der Schneedecke.

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Schneeverfrachtung

Durch den Wind hervorgerufene Umlagerung von Schnee; Schneeverfrachtung beginnt ab ca. 4 m/s (ca. 15 km/h) Windgeschwindigkeit bei lockerem und ab ca. 10 m/s (35 km/h) bei etwas verfestigtem Schnee.

Erweiterte Erklärungen:
Die Schneeverfrachtung wächst mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Das heißt: doppelte Windgeschwindigkeit ergibt achtfache Menge an verfrachtetem Schnee. Ein Verfrachtungsmaximum wird bei Windgeschwindigkeiten um 50 bis 80 km/h erreicht.

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Schwachschicht, schwache Schicht

Schicht in der Schneedecke, in der ein Bruch im Gefüge der Schneekristalle stattgefunden hat.

Typische Schwachschichten für Lawinen sind Schichten mit Oberflächenreif, kantigen Körnern, Becherkristallen oder Krusten.

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Setzung

Abnahme der Schneehöhe als Folge der abbauenden Umwandlung z.B. durch das Eigengewicht der darüber liegenden Schneeschichten.

Damit verbunden ist eine Zunahme von Dichte und Festigkeit des Schnees.

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Sicherheitsabstand

Abstände zur Verminderung des Risikos beim Begehen von lawinengefährdetem Gelände.

Im Gegensatz zum Entlastungsabstand befindet sich beim Sicherheitsabstand immer nur eine Person im gefährdeten Bereich. Wird z.B. in der Abfahrt verwendet, wenn steile Hänge einzeln befahren werden.

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Sintern

Zusammenwachsen der einzelnen Schneekristalle; führt zu einer Festigkeitszunahme.

Je wärmer der Schnee, umso schneller geht das Sintern voran. Besonders gut kann das Sintern bei Schnee festgestellt werden, der zusammengepresst wurde (z.B. Schneeball, Lawinenschnee, rasche Verfestigung alter Spuren).

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Sonnenhang, sonnenseitig, sonnseitig

Geländebereich, welcher durch die Sonnenstrahlung stark beeinflusst wird.

Typische Sonnenhänge liegen in den Expositionen von Ost über Süd bis West, in Abhängigkeit des tageszeitlichen Sonnenstandes.

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Spannungen (in der Schneedecke)

Belastung der Kornbindungen in einer Schneeschicht, hervorgerufen u.a. durch das Gewicht und die hangabwärts gerichtete Eigenbewegung des überlagernden Schnees.

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Störanfällig

Eine Schneedecke oder Schneeschicht ist störanfällig, wenn es bei Zusatzbelastung in einer Schicht der Schneedecke zum Bruch kommen kann.

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Stabilisiert, verfestigt

Siehe: Festigkeitszunahme

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Stabilität, Schneedeckenstabilität

Fähigkeit der Schneedecke durch inneren Widerstand äußeren Einflüssen entgegen zu wirken.

Die Stabilität wird durch die Festigkeiten und Spannungen in den einzelnen Schneeschichten bestimmt.

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Staublawine

Lawine (oft Schneebrettlawine) aus feinkörnigem, trockenen Schnee, die ein Schnee-Luft-Gemisch bildet, sich teilweise oder ganz vom Boden abhebt und große Schneestaubwolken entwickelt.

Sie erreicht Geschwindigkeiten von 100-300 km/h und kann starke Luftdruckwellen erzeugen. Dadurch können auch Schäden außerhalb der Ablagerungszone verursacht werden.

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Steilgelände

Gelände mit Hangneigung größer als 30°, ungeachtet seiner Form und Beschaffenheit.

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Strahlung

Energietransport durch elektromagnetische Wellen unterschiedlicher Wellenlängen: kurzwellige Strahlung (sichtbares Licht), langwellige Strahlung (Wärmestrahlung).

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Sulzschnee

Grobkörniger, feuchter Schnee, der v.a. im Frühling durch wiederholtes Auftauen und Wiedergefrieren der Oberflächenschichten der Schneedecke entsteht.

Siehe: Firn

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Tagesgang, Tagesverlauf

Die Lawinengefahr kann innerhalb eines Tages einer starken Schwankung unterworfen sein. Typisch ist dies im Frühjahr, wenn nach einer klaren Nacht die Lawinengefahr am Morgen niedrig ist und mit der Sonneneinstrahlung und tageszeitlichen Erwärmung ansteigt.

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Talflanke

Seitliche Begrenzung eines Tales vom Talboden bis zum Kammbereich.

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Tallawine

Große bzw. sehr große Lawine, die bis in den Talbereich vordringt.

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Temperaturgradient

Änderung der Temperatur über eine Distanz, ausgedrückt in °C/m oder in °C/cm.

In der Schneedecke wird jeweils vertikal vom Boden hin zur Schneeoberfläche gemessen. Als "klein" gilt ein Temperaturgradient von z.B. 1°C pro Meter, als "groß" von z.B. 25°C pro Meter.

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Tragfähige Schneedecke

Oberflächlich verfestigte Schneedecke, die das Gewicht einer Person trägt.

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Triebschneeansammlung, Triebschneeablagerung

Das Ergebnis der Schneeverfrachtung: Im Windschattenbereich abgelagerte, mehr oder weniger dicht gepackte Schneeschicht mit oft spröden (zerbrechlichen) Kornbindungen. Bevorzugte Ablagerungsbereiche liegen in kammnahen Hängen, Rinnen, Mulden oder an Hangkanten.

Erweiterte Erklärungen:
Schnee, der vom Wind verfrachtet wurde, wobei die Schneekristalle durch Rollbewegungen, Hüpfen, Abheben und Aufschlagen stark zertrümmert und verkleinert werden; abhängig von Windgeschwindigkeit und -dauer auf 10 bis 20 % der ursprünglichen Größe. Die kleinen Bruchstücke werden vom Wind bei der Ablagerung ineinander gerüttelt, so dass v.a. im Leehang (dem Wind abgekehrt) eine geschichtete, dichte Packung entsteht. Der Schnee ist dann gebunden, kann aber durchaus noch weich sein. Durch die Verdichtung entstehen spröde (zerbrechliche) Schneebretter.


Größe der Triebschneeablagerungen (Mächtigkeit)

 
Umfang der Triebschneeablagerungen (räumlich)

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Ungebundener Schnee

Der Schnee hat keinen Zusammenhalt (Kohäsion). Der Begriff "ungebundener Schnee" wird u.a. im Zusammenhang mit lockerem Neuschnee, Becherkristallen oder stark aufgebaut umgewandeltem Schnee verwendet, gilt aber definitionsgemäß auch für stark durchnässten Schnee. Ungebundener Schnee kann zur Bildung von Lockerschneelawinen führen.

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Verfestigung

Siehe: Festigkeitszunahme

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Wahrscheinlich (etwas ist wahrscheinlich)

Vorgang mit Eintrittswahrscheinlichkeit über 50 %.

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Waldgrenze

Klimatisch und waldgeschichtlich bedingte Grenzzone des Waldes. Beispielsweise liegt diese in den Katalonischen Pyrenäen bei etwa 2400m, im Südosten Polens bei 1600m.

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Wasserwert

Der Wasserwert ist die Höhe der Wasserschicht (in Millimetern), die durch Schmelzen des Schnees bei unveränderter Grundfläche entstehen würde. Bei einer mittleren Schneedichte von 100 kg/m³ liefert 20 cm Schnee einen Wasserwert von 20 mm, bei 500 kg/m³ wird aus den 20 cm Schnee 100 mm Wasser.

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Wechte

Durch Schneeverfrachtung hervorgerufene, stark verdichtete Schneeablagerung direkt auf der windabgewandten Seite eines Grates mit keilförmigem Überhang auf die Leeseite.

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Wildschnee

Pulvriger Neuschnee mit geringer Dichte: typischerweise 30 kg/m³.

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Windabgewandt

Siehe: Lee-Hang

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Windexponiert

Siehe: Luv-Hang

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Windgangeln

Erosionsform auf der Schneedecke, wobei die steile, erodierte Seite gegen den Wind (Luv) zeigt; nicht zu verwechseln mit den Dünen.

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Windharsch, Windharschdeckel

Durch Wind stark verfestigte Schneeschicht; damit häufig verbunden: Festigkeitszunahme.

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Windstärke

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Wummgeräusch, Setzungsgeräusch

Markantes Geräusch, das sich beim abrupten Setzen der Schneedecke ergibt, wenn eine Schwachschicht zusammenbricht.

Wummgeräusche sind ein Zeichen einer instabilen Schneedecke und oft verbunden mit Rissbildung. Ein Wummgeräusch gilt als deutliches Alarmzeichen.

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Zusatzbelastung

Kleine / geringe Zusatzbelastung

Große Zusatzbelastung

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